Krafttiere, Meine Federn
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Wie der Hirsch mich in meine Größe bringt

Krafttier Hirsch auf Feder gemalt

Wenn der Hirsch das Feld betritt, hält alles den Atem an.
Eine Präsenz tritt hervor.
Majestätisch, ehrwürdig und eindrucksvoll zeigt er sich und Ehrfurcht durchflutet meinen Körper.

Dieser Präsenz kann ich nichts entgegensetzen. Kein Wenn und kein Aber – sie ist einfach und ich kann nur staunend anerkennen, dass eine wahrhafte Größe vor mir steht.

Ohne Zweifel sehe ich sein Allwissen und seine Anbindung zu den Ebenen jenseits dessen, was ich wahrnehme. Denn er trägt sichtbar seine Antenne wie eine Krone und zeigt mir, dass er stets mit dem Allwissen verbunden ist. 

Ich muss anerkennen, dass ich in seinen Augen keine Bedingung sehe. Er schaut mich mit bedingungsloser Liebe an und signalisiert mir, dass er MEINE Größe sieht.

Kann ich mich durch seine Augen sehen?

Meine Größe.
Ich möchte mich am liebsten abwenden, denn ich fühle mich klein und unwürdig. All das, was ich dort sehe  – was der Hirsch mir mit seiner Präsenz reflektieren möchte – kann ich in mir nicht sehen. 

Wer bin ich schon? Was kann ich denn schon wirklich?
Mit gesenkten Augen wende ich den Blick ab, nehme mir die Feder und fange an sie vorzubereiten.

Der Pinsel liegt in meiner Hand, doch will er seine Farbe nicht auf die wunderschön große Feder streichen.
Ich halte inne und weiß, dass ich wieder an dem Punkt bin, an dem ich erst lernen muss, mich durch die Augen des Tieres – des Hirsches – zu sehen. 

Es erscheint mir eine nahezu unüberwindbare Hürde. 
Ich soll in mir die Majestät erkennen? Die Königin? Die bedingungslose Liebe? 
Es bleibt mir nichts anderes übrig – der Hirsch fordert mich auf, ebenso auf das Feld zu treten.

Ich schließe die Augen und stelle mich dem Hirsch.
Von Angesicht zu Angesicht – von Herz zu Herz. 
Zwei Herzen, die sich gegenüberstehen. 
In seinen Augen sehe ich die reine Liebe.
„Richte dich auf, sieh dich an und erkenne dein wahres Selbst.“, höre ich es in mir

Im Feld des Hirsches darf ich alle Masken niederlegen und ich selbst sein.
„Trete deinem wahren Selbst voller Ehrfurcht gegenüber und erkenne an: 
Ja, das bin ich und ich bin.
Schau dich an und erkenne deine Schönheit. Erkenne den Raum, den du ausfüllst und die Form, die du in dieser Welt angenommen hast.“

Um den Hirsch zu malen, musst ich erst wachsen und in meine Größe kommen. Er hat mich aufgefordert, erst mir selbst gegenüber zu treten, und mich vor mir in Demut und Respekt zu verneigen

Ich durfte mich durch die Augen des Hirsches betrachten: Mir selbst habe ich noch nie bewusst so gegenübergestanden.
Das konnte ich mit Hilfe des Hirsches erfahren – das musste ich aushalten lernen – erst dann konnte ich malen.

Krafttier Hirsch

Hirsch-Meditation um in deine Größe zu kommen :

  • Schließe deine Augen – genau da, wo du bist und wo du dich gerade klein fühlst.
  • Lege deine rechte Hand auf dein Herz und nimm 3 tiefe reinigende Atemzüge.
  • Atme ruhig weiter und stell dir vor, wie du auf einer Lichtung stehst. Sie ist umgeben von hohen Bäumen
  • Spüre genau in dein aktuelles Thema hinein. Spüre sie sich dein Selbstwert gerade anfühlt.
  • Nun stell dir vor, wie der Hirsch aus dem dunklen Wald hervorkommt und das Feld betritt. Er bleibt zunächst am Waldrand stehen und betrachtet dich aus der Ferne
  • Spüre, wie es sich anfühlt, so betrachtet zu werden. Macht es dich nervös? Oder kannst du es genießen?.
  • Der Hirsch kommt näher. Angesicht zu Angesicht steht ihr euch gegenüber. Nimm wahr, wie eure Herzen sich verbinden.
  • Sanft weiche Fäden verbinden euer Herz und du merkst, wie du langsam zum Hirsch wirst – Schau zu, wie ihr eure Rollen tauscht. Du wirst zum Hirsch und der Hirsch wird zu dir.
  • Spüre hinein, wie es sich anfühlt. Betrachte dich in der bedingungslosen Liebe mit den Augen des Hirsches. Fordere dich durch die Augen des Hirsches auf, dich aufzurichten. Schaue zu, wie dir eine Krone wächst, die dich mit der universellen Liebe und dem Allwissen verbindet.
  • Trage die Krone mit Stolz! Hebe den Kopf und wisse: Ich bin groß
  • Atme tief und spüre in dein Herz hinein, wie es sich anfühlt und lass dich darauf ein.
  • Bedanke dich beim Hirsch für seine Unterstützung. Bitte ihn, dich zu begleiten und dir immer gegenüber zu treten,  wenn du dich unsicher und klein fühlst.
  • Nimm 3 weitere tiefe Atemzüge und spüre, wie du gewachsen bist.
  • Öffne die Augen und lächle!
  • Du kannst diese Meditation jederzeit wiederholen, wenn du wachsen willst.

2 Kommentare

  1. Nicola, es ist wunderbar, wie Du Deine Gedanken und Gefühle schriftlich festgehalten hast. Gerade eben habe ich das nachempfunden. Und obwohl ich durch die Yoga-Praxis (Ashtanga-Yoga-Lehrerausbildung) ganz klar bin🙂, oder gerade deswegen, habe ich Deine Medidation genossen. Jetzt gerade in diesem Moment, seh´ ich Dich, seh´ Dir in die Augen, und ich seh´ Dich, seh Dein wahres Selbst. Gerald

    • Nicola Classen sagt

      Lieber Gerald, vielen Dank für deine wundervollen Worte.:)
      Ich freue mich, dass dir die Mediation etwas gegeben hat und du dich hinein spüren konntest.
      Wie schön, dass du durch die Augen hindurch blicken kannst. Ich liebe den Blick in die Augen – darin findet man die reine Wahrheit und Berührung.

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