Meine Federn
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Wie mich Gelassenheit zum Wesen des Elefanten führte

Elefant auf Feder gemalt

Beim Malen dieser Feder hat der Elefant mich auf eine faszinierende Reise mitgenommen. Immer wieder bin ich dankbar, wenn ich zu der Essenz dessen durchdringe , was der Prozess des Malens für mich bereithält. Das Erschaffen meiner Federn führt mich an die Qualitäten dessen heran, was ich gerade male.

Es ist mir zu Beginn schwer gefallen, sein „dickes Fell“ zu durchdringen und sein Wesen zu erfassen. Nachdem ich den ersten Entwurf auf der Feder hatte, konnte ich tagelang nicht weitermalen. Ich tigerte um den Tisch herum und zweifelte an meiner Leidenschaft zu malen. Immer wieder aufs Neue muss ich verstehen lernen, dass es nicht die Leidenschaft des Malens ist, die sich mir in Frage stellen will, sondern es ist die Qualität des Tieres, die sich mir erschließen will.

Der Kern des Wesens des Elefanten konnte ich nur mit Gelassenheit erreichen. Zu dick ist sein Fell und zu stumpf seine Augen. Es mag herzlos klingen, wenn ich schreibe, dass seine Augen stumpf erscheinen, doch beim Malen eines Auges gibt es große Unterschiede. Manche Augen lassen sich sofort zum Leben erwecken. Sie sind klar und durchdringend, z.B. das des Löwen.
Das Auge des Elefanten dagegen, liegt weit hinter den Wimpern versteckt, so dass kaum eine Lichtreflektion vom Auge zurückscheint.
Es macht beim Malen den Eindruck, dass die Lebendigkeit fehlt, so dass es schwierig ist, das Auge das Elefanten zum Leben zu erwecken. Man könnte meinen, dass nichts durchdringt.
„Ah,“ war mein erster Gedanke, „deshalb ist er auch ein Dickhäuter. Er hält seine wahren Gefühle zurück, er schottet sich ab. Er hat scheinbar an nichts Interesse.“

Mit diesem Gedanke gelang es mir nicht weiterzumalen. Warum nicht?
Nun, es entspricht nicht dem Wesen des Elefanten, aber es entsprach meinem Verhaltensmuster. ICH bin diejenige, die sich gerne hinter einer dicken Haut versteckt, damit niemand sieht, was ich wirklich fühle. ICH schotte mich ab, damit mich niemand zu Verantwortung ziehen kann. ICH will nicht zu viel Interesse zeigen, damit ich mich nicht festlegen muss.

Meine Vorstellung war, dass der Elefant nichts nach außen reflektiert, da in seinem Auge keine Reflexion zu sehen ist. Dabei hat er mich gespiegelt. Das, was ich dachte in ihm zu erkennen, war ich selber.
Erst als ich mich in Gelassenheit übte, mich auf das Wesen des Elefanten einließ, seine Lebensart annahm und zur Ruhe kam, konnte ich mich darin erkennen.

Dickhäutig mag der Elefant sein, aber er zeigt jedem was in ihm steckt, der bereit ist, in Gelassenheit sein wahres Wesen zu erfassen. In seinen Augen ist pure Liebe und Mitgefühl, was ich aber erst erkennen konnte, als ich mir gegenüber Liebe und Mitgefühl zu empfinden bereit war.
Und erst dann konnte ich die Feder weiter malen.

Woher kommt das großes Mitgefühl dieses Tieres?
Der Elefant verbindet die Gegensätze: er macht aus schwarz und weiß grau.
Sanftmut und Stärke, Sensibilität und Macht, Mitgefühl und unerschütterliches Durchhaltevermögen – der Elefant trägt all diese Qualitäten in sich.
Sein Wesen ist reine Liebe.

Hinter seinen Augen sehe ich Güte, Respekt, Verständnis und Sanftmut.

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